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COVID-19 Update vom 03.05.2020

Mission Impossible Exit © Erik Lorenz
 

Corona — SARS-CoV-2 und Covid-19

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COVID-19 Update vom 03.05.2020

05. Mai 2020

Liebe DFV-Mitglieder, liebe Sprungplatzbetreiber, liebe Vereinsvorstände, liebe Delegiertenvertreter und Funktionäre,

wir hoffen, es geht allen gut, und jeder hatte einen schönen Start in den Mai. Es ist an der Zeit, die Entwicklungen der letzten Tage Revue passieren zu lassen.

Übergangsregeln für den Fallschirmsport

Wie es zu erwarten war, haben wir viele Anmerkungen und Rückfragen zu unseren erarbeiteten Übergangsregeln erhalten und bedanken uns für viel Lob und das umfangreiche Feedback, über das ausführlich diskutiert wurde. Wie in der letzten E-Mail vom 23.04.2020 angekündigt, können diese Übergangsregeln jederzeit angepasst werden, und das haben wir auch in einigen Bereichen getan. Als Ergebnis wurde beispielsweise die Sauerstoffempfehlung für Piloten um eine Alternative erweitert und Maßnahmen für Indoor-Skydiving ergänzt. Die Einschränkungen in Bezug auf Tandem- und Ausbildungssprünge haben wir nicht verändert. Im Anhang befindet sich die aktuelle Version der Übergangsregeln.

Sportministerkonferenz (SMK)

Letzte Woche fand unter Einbeziehung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Landessportbünde (LSB) die 44. Sportministerkonferenz statt, die sich mit der Thematik Wiederaufnahme von Sport – stufenweiser Wiedereinstieg in den Trainings- und Wettkampfbetrieb beschäftigte (vgl. Umlaufbeschluss 3/2020 vom 28.04.2020). Wir haben in Vorbereitung dieser Tagung unsere Übergangsregeln zur Verfügung gestellt.

Der schrittweise Wiedereinstieg, wie er vom DOSB und den LSB vorgeschlagen wurde, wird von der SMK als angemessen erachtet. Alleine aus dem Begriff „schrittweise Wiederaufnahme“ lässt sich leicht ableiten, dass eine Öffnung in einem einzigen Schritt für alle Bereiche illusorisch ist. Grundsätzlich wird innerhalb von Sportarten zwischen den nachstehenden Bereichen unterschieden:

  1. Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport

  2. Trainingsbetrieb im Leistungssport

  3. Wettkampfbetrieb (findet bis auf weiteres nicht statt)

Alleine schon der erste Bereich, der den Großteil unserer Springer betrifft, kann, wenn überhaupt, nur unter Einhaltung der 10 Leitplanken des DOSB stattfinden, sofern die Freigabe durch die Landesregierungspräsidien erfolgt ist. Vor diesem Hintergrund wurden auf die Erstellung einer sog. Positivliste bzw. eine Differenzierung nach bestimmten Sportarten und Altersgruppen verzichtet. Eine Positivliste würde eindeutig beschreiben, welche Sportart stattfinden darf und welche nicht. Wir begrüßen die Entscheidung der SMK, die den Sportverbänden den größten Handlungsspielraum einräumt.

Allerdings wurden keine Aussagen zu Ausnahmen von diesen Regeln, wie beispielsweise von den Distanzregeln oder Freiluftaktivitäten, getroffen. Die Abweichungen von den grundsätzlichen Regeln werden durch die medizinische Kommission des DOSB bewertet und dienen als Grundlage für weitere Entscheidungen. Es besteht daher zumindest eine Chance, dass mit geeigneten Schutz- und Durchlüftungsmaßnahmen der Sport wieder aufgenommen werden kann.

Ausnahmeregelungen für das Training von Kaderathleten wurden bereits in vielen Sportarten und Disziplinen genehmigt. Das Prinzip der 10 Leitlinien gilt jedoch unverändert. Der DFV e.V. prüft die Möglichkeiten und arbeitet daran, dass von dieser Ausnahmeregelung auch die Kader-Athleten (W-Kader, P-Kader, E-Kader, NK1) des DFV profitieren können.

Der Wettkampfbetrieb als 3. Säule wurde bis auf Weiteres ausgesetzt.

Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder

Am 30.04.2020 fand die Telefonschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder statt. Die wesentlichen Vereinbarungen sind:

  1. Die gemeinsamen Beschlüsse haben weiterhin Gültigkeit, soweit im Folgenden nicht abweichende Festlegungen getroffen wurde.

  2. Wesentliches Element der Infektionskontrolle ist die vollständige Kontaktnachverfolgung.

  3. Lockerungsmaßnahmen dürfen die erreichten Erfolge nicht gefährden und müssen bei Bedarf korrigiert werden. Das kann dazu führen, dass umfassende Beschränken, die vor dem 20.04.2020 gültig waren zumindest regional wieder eingeführt werden.

  4. Der prozentuale Anteil der freigehaltenen Intensivbetten wird durch die positive Entwicklung reduziert.

  5. Großveranstaltungen unterbleiben vorerst weiterhin bis zum 31.08.2020

  6. Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen sind unter hohen Auflagen erlaubt (Teilnehmerbegrenzung, Distanzregeln, Laufwege, etc.)

  7. Spielplätze können unter Auflagen geöffnet werden

  8. Öffnung von Kultureinrichtungen unter Berücksichtigung der Auflagen zur Hygiene, Zutrittssteuerung und Vermeidung von Warteschlangen

  9. Regelungen für Sportbetrieb, Schulen und Kinderbetreuungsangebote sollen am 06.05.2020 erfolgen, Gastronomie- und weitere Tourismusangebote sowie Kultureinrichtungen erst in der darauf, folgenden Sitzung.

Insgesamt wurden nur sehr wenige Beschlüsse gefasst und keine bundeseinheitliche Entscheidung über den Sportbetrieb getroffen. Wir bedauern, dass der Sportbetrieb nicht erwähnt wurde. Es erscheint denkbar, dass in einigen Bundesländern der Luftsport, einschließlich Fallschirmspringen, unter hohen Auflagen möglich sein könnte. Wir bitten unbedingt um Beachtung der länderspezifischen Regelungen. Fast alle Sparten von Luftsport lassen sich relativ einfach abbilden, jedoch trifft genau diese Aussage nicht auf den Fallschirmsport zu. Wir hoffen auf weitere Erkenntnisse nach der Besprechung am 06.05.2020. Ob sich unter dem Gesamteindruck aller Auflagen ein wirtschaftlich lukrativer Sprungbetrieb oder Sprungbetrieb überhaupt abbilden und durchführen lassen kann, muss von den jeweiligen Betreibern individuell geprüft und entschieden werden.

Entscheidungsprozess (Bund-/Länderproblematik)

Obwohl es selbstverständlich das erklärte Ziel des DFV e.V. ist, allen Vereinen und Sprungplätzen in Deutschland gleiche Bedingungen zu bieten und einen einheitlichen und zeitgleichen Wiedereinstieg in den Fallschirmsport zu ermöglichen, so erscheint das Erreichen dieses Ziels bei Betrachtung der durchaus unterschiedlichen Handhabung von politischen Entscheidungen in den Bundesländern fast schon als unrealistisch. Denn die Entscheidung über die Aufnahme des Sports wird von den Landesregierungspräsidien der Bundesländer getroffen. Eine Übersicht über die Links zu den aktuellen Regularien der Bundesländer ist der Anlage zu entnehmen. Die von uns erarbeiteten Übergangsregeln stellen bundeseinheitliche Handlungsempfehlungen dar. Sie dienen als Leitlinien für Sprungplätze, Sprungvereine und Entscheidungsträger.

Unsere Idee

In der gemeinsamen BKF und DFV-Präsidiumssitzung vom 01. Mai 2020 hat man sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, vorrangig den Versuch zu unternehmen Kaderathleten das Fallschirmspringen und das Indoor-Skydiving zu ermöglichen. Um es noch einmal zu betonen: Dies stellt keine Vernachlässigung oder Herabstufung des Freizeit-, Breiten-, Vereinssports, der Ausbildung und des Tandemspringens dar, sondern wir sehen aktuell „nur“ die Möglichkeit, auf sportpolitischer Ebene Zustimmung für die Wiederaufnahme des Fallschirmsports über die Kader-Athleten zu erreichen. Es wird auch in den neuesten Verordnungen lediglich der Spitzensport erwähnt, weswegen wir den ersten Schritt vor dem zweiten machen müssen. Dies wird auch in den nachfolgenden Punkten weiter verdeutlicht und erklärt:

Maßgeblich für diese Vorgehensweise waren folgende Punkte:

  1. Die Aufrechterhaltung und der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung hat nach wie vor oberste Priorität.

  2. Die Gesamtsituation lässt vermuten, dass wir ausschließlich über die sportpolitische Schiene eine Möglichkeit haben, mit unserem Sport wieder starten zu können. Der DOSB vertritt dabei 100 Mitgliedsverbände, bestehend aus 90.000 Vereinen mit insgesamt 27 Millionen Athleten. Trotz dieser Zahlen, und der nicht angezweifelten, gesellschaftspolitischen Bedeutung von Sport, ist es selbst dem DOSB nicht gelungen, in den ersten beiden Verhandlungsrunden berücksichtigt zu werden. Die Grundlage für alle weiteren Bemühungen ist die erfolgreiche Wahrnehmung des Sports über den DOSB in der Politik auf Bundesebene und über die LSBs auf Landesebene.

  3. Wir streben soweit möglich eine bundeseinheitliche Lösung an, um Ungleichbehandlungen und verschärften Konkurrenzkampf zu unfairen Bedingungen zu vermeiden.

  4. Kaderathleten genießen, sportpolitisch gesehen, durch die Vertretung von Sportdeutschland bei internationalen Spitzenveranstaltungen wie World-Games oder Weltmeisterschaften den größten Stellenwert in der Politik. In der erfolgreichen Teilnahme an diesen Wettbewerben ist das erhebliche Bundesinteresse begründet. Das erfordert Vorbereitung und Training.

  5. Kaderathleten erfahren die größte Wahrscheinlichkeit eine Ausnahme zu erzielen, d.h. wenn geöffnet wird, dann sind die Kaderathleten mit dabei. Andersherum verhält es sich jedoch nicht so.

  6. Es handelt sich um eine kleine überschaubare und erfahrene Trainingsgruppe, welche die Hygienemaßnahmen und Übergangsregeln auf Praxistauglichkeit ausprobieren können. Sollten unsere Spitzenathleten mit diesen Rahmenbedingungen nicht zurechtkommen, dann wäre das Modell nicht Breiten- und Freizeitsporttauglich und müsste angepasst werden.

  7. Im Falle einer Infektion ist die Kontaktnachverfolgung sehr einfach zu ermöglichen, wodurch wir eine wesentliche Vereinbarung der Telefonschaltkonferenz zwischen Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Länder erfüllen.

  8. Trainierte Kaderathleten sollten zudem über eine robuste Gesundheit verfügen, was einen tendenziell glimpflichen Krankheitsverlauf erwarten lassen würde. Erkrankte Athleten und Risikogruppen sind von dieser Maßnahme ausgeschlossen.

  9. Sollte die Einführung der Kaderathleten erfolgreich sein und sich die Konzepte (Hygiene und Übergangsregeln) als praxistauglich erweisen, kann darauf in einem engen zeitlichen Rahmen aufgebaut werden. Die Öffnung für den Bereich Breiten- und Freizeitsport, Schülerausbildung und Tandemsprünge wären die nächsten Schritte.

  10. Eine erste Idee, wie das Training von Kaderathleten organisiert werden könnte, wurde besprochen. Das konkrete Vorgehen kann jedoch noch Änderungen erfahren, da einige Fragen noch nicht vollständig geklärt werden konnten, und auch die Kaderathleten und Sprungplatzbetreiber in diesen Prozess mit einbezogen werden müssen.

Parallel zu unserem Vorgehen auf Bundesebene ist jeder Sprungplatzbetreiber und Vereinsvorsitzende angehalten ein Hygienekonzept zu erstellen, in dem alle Übergangsregeln, sowie die technischen und organisatorischen Maßnahmen konkret beschrieben sind. Dazu zählen beispielsweise Aushänge, Markierungen am Boden, Packmöglichkeiten im Freien, Abstandslinien, Manifestorganisation, Hygieneverantwortliche/r, Anmeldemodalitäten, angepasstes Notfallmanagement, Abfallorganisation, Tankorganisation, Umgang mit Leihsystemen, etc.

Als Referenz können unsere Übergangsregeln, die aus den 10 Leitplanken des DOSB sportfachlich deduziert wurden, verwendet werden. Es steht jedem frei, unabhängig von unserem Engagement und unseren Empfehlungen, eigene Anträge mit selbst gewählten Inhalten an die Regierungspräsidien zu stellen.

Die LSB unterstützen bei der Erstellung der Konzepte auf Landesebene, selbst wenn keine Mitgliedschaft im LSB vorliegt.

Alle sind weiterhin aufgefordert, ihre politischen Kontakte auf Landes- und Bundesebene zu aktivieren, um unsere gemeinsamen Ziele erreichen zu können. Alle Bemühungen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gesundheit oberste Priorität hat.

Wir werden die Situation weiterhin genau verfolgen, bewerten und euch auch weiterhin auf dem Laufenden halten.

Wir bitten um Verständnis und Geduld, dass die Rückkehr zur springerischen/fliegerischen Normalität noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird.

Wir - Gemeinsam gegen Corona – bleibt bitte gesund.

Viele Grüße aus der DFV-Geschäftsstelle

Ralph Schusser

Geschäftsführer DFV e.V.

übersicht Bundeslandregelungen 2020-05-03_Uebersicht_Bundeslandregelungen

übergangsregeln Fallschirmsport BKF: 2020-05-03_Uebergangsregeln_Fallschirmsport_BKF


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